Montag, 4. März 2013
Geschwisterliebe oder auch nicht.
Ich habe eine große Schwester, mittlerweile ist sie 19 Jahre alt. Ich habe kein gutes Verhältnis zu ihr. Sie ist mit 16 ausgezogen. So alt wie ich jetzt bin.
Doch ich hatte das Gefühl sie hat mich Zuhause alleine gelassen. Mit dem Alkohol Problem meiner Mutter, mit dem unter "den Teppich" kehren... schlagartig, plötzlich war sie nicht mehr für mich da. Hat sich kaum gemeldet und hat einfach ihr Leben bei ihrem Freund gelebt - Ein besseres Leben.
Wenn wir uns mal sehen, macht sie auf "alles supi" und auch zu meinem Klinikaufenthalt hat sie nichts gesagt.
Ich kann ihr einfach nicht mehr Vertrauen. Ich würde es gerne aber es geht nicht...
Ich habe zu große angst das sie von heut auf morgen einfach wieder weg ist..
Ich finde es schade das dass alles so gelaufen ist. Früher bei meinem Opa waren wir ein Herz und eine Seele. "Früher" war alles gut. Was würde ich dafür tun einfach wieder 7 Jahre alt zu sein und mit meinen Barbies zuspielen..



Sonntag, 3. März 2013
Warum halten mich alle immer für so stark? ..
Ich weiß noch ganz genau, wo ich im krankehaus übernachten musste, nachdem ich die Schlaftabletten genommen hab. Ich habe einer Freundin geschrieben das ich das gemacht habe.. und ihre reaktion: "Was das hätte ich nie gedacht, du wirkst immer so stark :o"

Das sieht man mal wieder was "falsche Stärke" mit einem macht..
ich wurde im Kindergarten immer schon überschätzt, und das hat sich wohl bis heute nicht gelegt.



- Falsche Stärke -
Ich war heute abend unterwegs... und wenn ich feiern gehe, dann habe ich (hatte) meist immer spaß... Aber heute war es komisch.. ich hatte spaß.. aber.. irgendwie auch nicht.
Ich lache. Kurz darauf höre ich auf zu lachen. Dann könnte ich auf der stelle weinen. Es war anstrengend.
- Anstrengend gute Laune zu haben. -

OH man ich weiß nicht was mit mir los ist. Was da in mir vorgeht. Oder geschweige denn was ich fühle...

Seid ich aus der Klinik raus bin , weiß ich gar nichts mehr.

Der einzigen Freundin mit der ich manchmal reden kann, habe ich den link von diesem Block hier geschickt. Eine halbe Stunde später ruft sie mich an und sagt mir das sie , als sie das gelesen hat, danach geweint hat. Und dann versucht hat in der Klinik anzurufen ,um zu fragen was sie machen kann.
Sie hat sich richitig sorgen gemacht :o
ich verstehe es nicht. Das waren doch schon immer meine Probleme? Da sehe ich selber mal wieder wie wenig ich von mir, doch eigentlich preis geben kann...
Aber ich finde es unendlich süß von ihr, das sie sich sorgen um mich macht und mir WIRKLICH helfen möchte. wenigstens einen gibt es...



Samstag, 2. März 2013
Warum macht mein Körper das?!
Heute war ein komischer Tag. Ich war mal wieder nicht in der Schule. Ich weiß ganz genau wenn ich zur Schule gehen würde , dann setzte ich "die Maske" Tag's über auf und Abend's kommt dann der Einbruch...
Dann geh ich lieber nicht hin und es geht mit den ganzen Tag dreckig.

Warum macht mein Körper das? ganz unbewusst setzte ich ein Lächeln auf - doch wenn ich dann alleine bin, zitter ich, heule ich und kann mich nicht beruhigen..

- Ritzen gegen den Schmerz -
Das Blut läuft aus der Wunde. Und es fühlt sich gut an. Man hat ein gutes Gefühl und denkt einfach an nichts.
Doch hinterher weiß man es war dumm. Dumm das man nicht mit jemanden reden kann , anstatt sich selber zu verletzten..

Mein Mutter hat , als ich im Krankenhaus war, heraus gefunden das ich mich mit Rasierklingen Ritze. Bis heute hat sie mich nicht drauf angesprochen und nicht gefordert das ich sie ihr gebe.

Dieses unter den "Teppich kehren" hasse ich. Nur über meine Probleme sprechen, nichts ansprechen und so tun als ob alles gut ist.
Sie trinkt und gibt es nicht zu. Sagt es ist ganz normal. Mein Vater hatte wahrscheinlich eine Affäre, aber nein es ist ja alles GUT ...
ich habe das nur mit gekriegt weil ich nachts meine Mutter, durch die Wände , am Telefon rumschreien hören hab. Wenn sie mal wieder total besoffen war.
Warum brauch sie das unbedingt? Ich versteh das nicht. Seid ich aus der Klinik bin trinkt sie nur noch mehr. Jetzt Jeden verflixten Abend..
Bin ich etwa dran schuld?



Freitag, 1. März 2013
Vorstellung meines Ich's
Hauudii,
mein Name ist Aila. Ich bin 16 und gerade in der schwierigsten Phase meines Lebens. Ich weiß, viele Jugendliche jammern rum wie schwer sie es doch haben. Aber Ich kann einfach nicht mehr. Ich habe letztes Jahr, im Julie versucht mich umzubringen. Es war eine Verzweiflungstat. Ich wollte sterben, aber auch Aufmerksamkeit. Mein Gedanke war: "wenn ich sterbe, denken die Menschen über mich nach." Ich weiß - krank.
Außerdem bin ich schon seid ich denken kann, Übergewichtig und komme damit einfach nicht mehr klar. Ich hasse meinen Körper einfach..Alle sagen immer, "Meine Figur ist ja so schön, weil das alles so schön aufgeteilt ist." - Schwachsinn! Ich bin nicht unbeliebt..aber auch nicht die Person mit der jeder was machen möchte..Nichts ganzes und nichts halbes. Ich habe sehr viele Freunde.. aber alle nur Oberflächlich..

-warum ich in die Klinik kam-
Ich habe im Julie 20 Schlaftabletten genommen. Ich habe mich mit der, leeren Packung in der Hand, auf's Sofa , mitten in den Raum gelegt. So das meine Mutter mich nicht übersehen konnte.
Als sie mich dann gefunden hatte, hat sie mich sofort ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde ich untersucht und musste nur eine Nacht bleiben.Die Ärztin hat bei meiner Untersuchung natürlich die ganzen Ritz Spuren am Arm gesehen... Das war das erste mal das meine Mutter die gesehen hat.. Meine Beiden Eltern arbeiten viel und kriegen nichts mit...
Was mir bis heute noch im Gedächtnis geblieben ist, als ich da so im Halbschlaf lag und die Ärztin gesagt hat das ich hier übernachten muss, und ich nicht wollte, das sie gesagt hat: " Tja Aila, da bist du selber schuld."
Ja hmm.. ich bin selber schuld.. ich weiß. Soll ich jetzt alleine was ändern können?
Ich hasse diese Frau bis Heute.

Nachdem ich aus dem Krankenhaus gekommen bin, war ich in ambulanter Therapie, in der Kinder und Jugendpsychiatrie in Harburg. 5 Wochen hatte ich da , alle 2-3 Wochen Therapie. Doch mein Gefühl wurde nicht besser. Also hat mit meine Therapeutin einen 3 Monatigen, Stationären Aufenthalt in der Klinik angeboten. Ich (mehr meine Eltern) habe zugesagt.

- Ich brauche es!-
Diese 3 Monate haben mir echt gezeigt was ich brauche. Die Therapeutin haben sich um mich gekümmert, richtiges Interesse gezeigt. Es gab eine Betreuerin der ich mich immer anvertraut habe. Ich vermisse es, das Menschen um mich sind, die verstehen wenn es einem schlecht geht. und keine Erklärung oder sonstiges erwarten. Dort konnte ich so sein wie ich war..
Mit den anderen Patienten habe ich viele Probleme andere kennen gelernt. Und auch Leute kennen gelernt die das selbe oder etwas ähnliches Durchmachen.
Außerdem habe ich dort über 10 Kilo abgenommen, zuhause schaffe ich es nicht abzunehmen.

- Zuhause?! -
SO und jetzt bin ich wieder zuhause... Ich HASSE es :(
Meine Beine und Arme sind voller Ritzt Spuren.
ich bin schon 3 Wochen zuhause und habe hier zuhause nur ein Kilo abgenommen. Ich krieg das zuhause mit dem Gewicht nicht hin. Manchmal stecke ich mir den Finger in den Hals. Aber es klappt nicht.. oder Esse kaum was. Früher war ich nie eine die "so etwas" gemacht hat .. aber heute ?

Seid ich zuhause bin (seid 15ten Februar) habe ich schon sehr oft über Selbstmord nachgedacht...Ob ich nicht einfach wieder in die Apotheke fahren soll und mir Tabletten kaufen soll. Diesmal aber mehr. Nicht nur das ich mich jeden Tag ritze
(was ich früher nicht jeden Tag gemacht hab) Ich denke auch dabei daran mir die Pulsadern Aufzuschneiden... Doch irgendetwas hält mich immer davon ab.

Ich habe erst am 19ten März wieder Therapie.. Ich halte es nicht aus.. Erst wenn es weg ist , weiß man was einem fehlt..
Es fühlt sich an , als ob ich einfach alleine gelassen wurde. Wie damals als mein Opa gestorben ist. Ich bin bei ihm aufgewachsen, mit meiner Schwester zusammen. Weil meine Eltern nur gearbeitet haben. Abends kamen sie dann Nachhause.
Ich war 8 als er starb.. Und es war schrecklich. Ich habe nie ein richtiges Vaterverhältnis zu meinem richtigen Vater aufgebaut, denn für mich war mein richtiges Vater gestorben.

Es gibt so viel zu erzählen... Viel schlechtes.
Was ich jetzt auf jedenfall weiß ist, dass ich zurück möchte. Zurück in die Klinik, wo man mich versteht, wo ich abnehme, und wo man sich um mich kümmert!


"Leben ist Tod, Tod ist Leben,
Wo ist da jetzt der Unterschied?"

thats's the story of my life.
- Aila -